HamburgHanna
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Tagelanger Blackout in Berlin: Was tun, wenn der Strom ausfällt?
Ein Stromausfall von mehreren Stunden, nicht nur eine Nacht, sondern bis zu 45.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom - das ist in der Nachkriegsgeschichte Berlins ein Rekord. Doch wie gut ist Deutschland auf Krisensituationen vorbereitet? Wo stehen die Lücken in unserem Notfallmanagement?
Am Samstagmorgen wurde ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf ausgelöst, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. In mehreren Stadtteilen waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Das war das längste Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte. Doch wie viele Menschen sind auf einen solchen Ausfall vorbereitet?
"Sie finden sehr viel im Internet", sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey dem Deutschlandfunk. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beklagte, Strom- und Gasnetzbetreiber seien rechtlich verpflichtet, ihre Infrastruktur öffentlich "quasi auf dem Silbertablett" zu präsentieren.
Empfehlungen für die Bevölkerung gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Zu den Hinweisen gehören: Batteriebetriebene Radios oder Kurbelradios, Generell geladene Akkus, eine Powerbank oder solarbetriebene Ladegeräte, Bargeld im Portemonnaie, Campingkocher oder Grill, Essen und Trinken für zehn Tage als Vorrat zu Hause.
Aber wie gut sind diese Vorkehrungen in der Praxis? Eine Umfrage des SWR ergab: 26 Prozent haben keinen "Einzelfall-Stromausfall"-Plan, 14 Prozent keine binnen weniger Stunden einsatzfähigen "Katastrophenschutz-Informationspunkte". Das ist ein Problem, das auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert mehr Investitionen.
"Es wird in diesen Tagen deutlich, wie wichtig Ausweichmöglichkeiten und eine ausreichende Bevorratung an Materialien zur Bewältigung solcher Lagen sind", sagte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Hermann Gröhe. "Es ist auch politisch vorgesehen gewesen, Deutschlandweit mindestens zehn mobile Betreuungsmodule zu bauen, die jeweils 5.000 Personen wie in einer kleinen Stadt eigenständig versorgen können."
Aber wie viele dieser Pläne sind umgesetzt? Finanziert seien bislang nur anderthalb Module. Es ist offensichtlich, dass Deutschland auf Krisensituationen nicht vorbereitet ist.
Der Bundestag berät derzeit über eine Reform gesetzlicher Regelungen, bei denen es um den Schutz sogenannter kritischer Infrastruktur geht. Doch wie gut sind diese Vorkehrungen in der Praxis? Es bleibt abzuwarten, ob Deutschland auf Krisensituationen besser vorbereitet sein wird.
"Es ist nicht nur ein technisches Problem, sondern auch eine Frage des Vertrauens und der öffentlichen Sicherheit", sagte Franziska Giffey. "Wir müssen auch über unsere eigene Verteidigung und unser Notfallmanagement sprechen."
Bis dahin bleibt die Bevölkerung von einem möglichen Stromausfall getrennt, nicht nur von ihren Nachbarn, sondern auch von der eigenen Regierung.
Ein Stromausfall von mehreren Stunden, nicht nur eine Nacht, sondern bis zu 45.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom - das ist in der Nachkriegsgeschichte Berlins ein Rekord. Doch wie gut ist Deutschland auf Krisensituationen vorbereitet? Wo stehen die Lücken in unserem Notfallmanagement?
Am Samstagmorgen wurde ein Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf ausgelöst, zu dem sich eine linksextremistische Gruppe bekannte. In mehreren Stadtteilen waren zunächst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Das war das längste Blackout der Berliner Nachkriegsgeschichte. Doch wie viele Menschen sind auf einen solchen Ausfall vorbereitet?
"Sie finden sehr viel im Internet", sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey dem Deutschlandfunk. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) beklagte, Strom- und Gasnetzbetreiber seien rechtlich verpflichtet, ihre Infrastruktur öffentlich "quasi auf dem Silbertablett" zu präsentieren.
Empfehlungen für die Bevölkerung gibt es beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Zu den Hinweisen gehören: Batteriebetriebene Radios oder Kurbelradios, Generell geladene Akkus, eine Powerbank oder solarbetriebene Ladegeräte, Bargeld im Portemonnaie, Campingkocher oder Grill, Essen und Trinken für zehn Tage als Vorrat zu Hause.
Aber wie gut sind diese Vorkehrungen in der Praxis? Eine Umfrage des SWR ergab: 26 Prozent haben keinen "Einzelfall-Stromausfall"-Plan, 14 Prozent keine binnen weniger Stunden einsatzfähigen "Katastrophenschutz-Informationspunkte". Das ist ein Problem, das auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft fordert mehr Investitionen.
"Es wird in diesen Tagen deutlich, wie wichtig Ausweichmöglichkeiten und eine ausreichende Bevorratung an Materialien zur Bewältigung solcher Lagen sind", sagte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Hermann Gröhe. "Es ist auch politisch vorgesehen gewesen, Deutschlandweit mindestens zehn mobile Betreuungsmodule zu bauen, die jeweils 5.000 Personen wie in einer kleinen Stadt eigenständig versorgen können."
Aber wie viele dieser Pläne sind umgesetzt? Finanziert seien bislang nur anderthalb Module. Es ist offensichtlich, dass Deutschland auf Krisensituationen nicht vorbereitet ist.
Der Bundestag berät derzeit über eine Reform gesetzlicher Regelungen, bei denen es um den Schutz sogenannter kritischer Infrastruktur geht. Doch wie gut sind diese Vorkehrungen in der Praxis? Es bleibt abzuwarten, ob Deutschland auf Krisensituationen besser vorbereitet sein wird.
"Es ist nicht nur ein technisches Problem, sondern auch eine Frage des Vertrauens und der öffentlichen Sicherheit", sagte Franziska Giffey. "Wir müssen auch über unsere eigene Verteidigung und unser Notfallmanagement sprechen."
Bis dahin bleibt die Bevölkerung von einem möglichen Stromausfall getrennt, nicht nur von ihren Nachbarn, sondern auch von der eigenen Regierung.