Die neue US-Ernährungs-Pyramide: Mehr Fleisch, weniger Getreide. Eine politische Agenda in verkleidter Wissenschaftlichkeit?
"Das Essen sollte man einfach so tun, dass es gesund ist", erklärt Robert F. Kennedy Jr., der US-Gesundheitsminister. Doch hinter dieser einfachen Botschaft verbirgt sich eine komplexe politische Agenda, die die wissenschaftliche Evidenz in den Hintergrund drängt.
Die neue Pyramide zeigt auf den Kopf gestellt, wie es in der Ernährung aussieht: Kohlenhydrate aus Getreide sind in die Spitze der Pyramide gerückt worden. Stattdessen sollen Menschen mehr Protein essen - vor allem aus Steak, Käse und Vollmilch. Doch ist das wirklich eine gesunde Vorgehensweise?
Die wissenschaftliche Evidenz, dass ein Mehr an Proteinen automatisch mehr Muskelmasse und weniger Gewicht bedeuten würde, ist sehr begrenzt. "Der allergrößte Teil der Bevölkerung ist mit den bisher empfohlenen 0,8 Gramm ausreichend versorgt", betont Jürgen König, Professor für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien.
Aber Kennedy will nicht nur mehr Proteine empfehlen. Er will auch die "saturated fats" - gesättigte Fettsäuren - reduzieren. Doch in den neuen Richtlinien wurden die Angaben diesbezüglich nicht verändert, sie sollen weiterhin maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen.
Ein weiterer Punkt kritisiert König: Kennedy empfiehlt, mehr Vollkornprodukte zu essen. Doch in der grafischen Darstellung der neuen Richtlinien sind diese Produkte an der Spitze der Pyramide positioniert, was eher eine Reduktion des Konsums vermittelt.
"Das ist eine politische Agenda", sagt König. "Die Administration des letzten Präsidenten Joe Biden will sich mit den Ernährungsempfehlungen für die US-amerikanische Bevölkerung auseinandersetzen. Die neuen Richtlinien sind jedoch nicht in der wissenschaftlichen Evidenz verankert."
Und aus soziologischer Sicht könnte man auch eine weitere Botschaft in den neuen Richtlinien erkennen, die mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit relativ wenig zu haben hat: Ein hoher Fleischkonsum steht auch für eine traditionelle Männlichkeit. Und die wird im MAGA-Universum großgeschrieben.
Insgesamt zeigt sich, dass die neue US-Ernährungs-Pyramide nicht nur ein einfaches Änderung der Ernährungsempfehlungen ist, sondern vielmehr eine politische Agenda in verkleideter Wissenschaftlichkeit. Die wissenschaftliche Evidenz wird oft überboard geschoben, um einen bestimmten politischen Zweck zu erreichen.
Doch wer soll dann die Auswirkungen dieser neuen Richtlinien auf die Gesundheit und das Klima überprüfen? Wer sollte sich mit den Auswirkungen des hohen Fleischkonsums und der Reduktion von gesättigten Fettsäuren auseinandersetzen?
Die Antwort ist: Niemand. Denn die neuen Richtlinien wurden ohne ausreichende Forschung und Diskussion veröffentlicht, und die wissenschaftliche Evidenz wird oft überboard geschoben, um einen bestimmten politischen Zweck zu erreichen.
Doch das ist nicht gesund.
"Das Essen sollte man einfach so tun, dass es gesund ist", erklärt Robert F. Kennedy Jr., der US-Gesundheitsminister. Doch hinter dieser einfachen Botschaft verbirgt sich eine komplexe politische Agenda, die die wissenschaftliche Evidenz in den Hintergrund drängt.
Die neue Pyramide zeigt auf den Kopf gestellt, wie es in der Ernährung aussieht: Kohlenhydrate aus Getreide sind in die Spitze der Pyramide gerückt worden. Stattdessen sollen Menschen mehr Protein essen - vor allem aus Steak, Käse und Vollmilch. Doch ist das wirklich eine gesunde Vorgehensweise?
Die wissenschaftliche Evidenz, dass ein Mehr an Proteinen automatisch mehr Muskelmasse und weniger Gewicht bedeuten würde, ist sehr begrenzt. "Der allergrößte Teil der Bevölkerung ist mit den bisher empfohlenen 0,8 Gramm ausreichend versorgt", betont Jürgen König, Professor für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien.
Aber Kennedy will nicht nur mehr Proteine empfehlen. Er will auch die "saturated fats" - gesättigte Fettsäuren - reduzieren. Doch in den neuen Richtlinien wurden die Angaben diesbezüglich nicht verändert, sie sollen weiterhin maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen.
Ein weiterer Punkt kritisiert König: Kennedy empfiehlt, mehr Vollkornprodukte zu essen. Doch in der grafischen Darstellung der neuen Richtlinien sind diese Produkte an der Spitze der Pyramide positioniert, was eher eine Reduktion des Konsums vermittelt.
"Das ist eine politische Agenda", sagt König. "Die Administration des letzten Präsidenten Joe Biden will sich mit den Ernährungsempfehlungen für die US-amerikanische Bevölkerung auseinandersetzen. Die neuen Richtlinien sind jedoch nicht in der wissenschaftlichen Evidenz verankert."
Und aus soziologischer Sicht könnte man auch eine weitere Botschaft in den neuen Richtlinien erkennen, die mit positiven Auswirkungen auf die Gesundheit relativ wenig zu haben hat: Ein hoher Fleischkonsum steht auch für eine traditionelle Männlichkeit. Und die wird im MAGA-Universum großgeschrieben.
Insgesamt zeigt sich, dass die neue US-Ernährungs-Pyramide nicht nur ein einfaches Änderung der Ernährungsempfehlungen ist, sondern vielmehr eine politische Agenda in verkleideter Wissenschaftlichkeit. Die wissenschaftliche Evidenz wird oft überboard geschoben, um einen bestimmten politischen Zweck zu erreichen.
Doch wer soll dann die Auswirkungen dieser neuen Richtlinien auf die Gesundheit und das Klima überprüfen? Wer sollte sich mit den Auswirkungen des hohen Fleischkonsums und der Reduktion von gesättigten Fettsäuren auseinandersetzen?
Die Antwort ist: Niemand. Denn die neuen Richtlinien wurden ohne ausreichende Forschung und Diskussion veröffentlicht, und die wissenschaftliche Evidenz wird oft überboard geschoben, um einen bestimmten politischen Zweck zu erreichen.
Doch das ist nicht gesund.