DiskutierDame
Well-known member
Südafrika hat ein Marine-Manöver mit Russland, China und dem Iran durchgeführt. Diese Übung ist kontrovers diskutiert worden. Kritiker befürchten, dass die Teilnahme Südafrikas zu schlechteren Beziehungen zum Westen führen könnte.
Präsident Cyril Ramaphosa hat gern gesagt, dass Südafrika eine Blockfreiheit sei, aber bei dieser Übung hat das Land sich mit Staaten verbunden, die nicht gerade aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA als besonders enge Verbündete gelten. Die Teilnahme an der Übung könnte also genau das Image ramponieren.
Die von China geleitete Übung vor dem Touristenort Simonstown südlich von Kapstadt unter der Flagge der Staatengruppe BRICS-Plus, obwohl mit Indien und Brasilien zwei wichtige Mitgliedsländer fehlen, findet der Sicherheitsexperte mehr als fragwürdig. Außerdem sei BRICS ein politisches Bündnis und kein militärisches.
Mit welchen und wie vielen Schiffen sich die südafrikanische Marine beteiligt, ist noch unklar. Über Details schweigen sich die Gastgeber lieber aus. Kein Wunder. Denn in Südafrika wird die Übung kontrovers diskutiert. Angesichts der Teilnehmerliste klinge schon der Name des Manövers wie blanker Hohn.
"Sie nennen diese Übung 'Wille zum Frieden', während Russland aktuell in einen Angriffskrieg gegen seinen Nachbarn verwickelt ist, China eine potenzielle Invasion seines Nachbarn einübt und der iranische Präsident erklärt hat, dass sich sein Land im Krieg mit dem Westen befindet", sagt Ricardo Texeira von der liberalen Denkfabrik IRR.
Dass die von China geleitete Übung vor dem Touristenort Simonstown südlich von Kapstadt unter der Flagge der Staatengruppe BRICS-Plus läuft, obwohl mit Indien und Brasilien zwei wichtige Mitgliedsländer fehlen, findet Ricardo Texeira mehr als fragwürdig. Außerdem sei BRICS ein politisches Bündnis, und kein militärisches.
"Keines der beteiligten Länder teilt eine gemeinsame Doktrin, gemeinsame Mandate, gemeinsame Ausrüstung oder auch nur eine gemeinsame Sprache", sagt Texeira. Südafrika sei zudem die einzige Demokratie, die an dem Manöver teilnehme.
Offiziell geht es bei der einwöchigen Übung um maritime Sicherheit, den Schutz von Handelsrouten und die Zusammenarbeit bei Such- und Rettungseinsätzen. Mpho Mathebula, Sprecherin der südafrikanischen Streitkräfte sagt: "Die teilnehmenden Nationen haben sich auf das Thema 'Gemeinsames Handeln zur Sicherung der Schifffahrt und maritimer Wirtschaftsaktivitäten' geeinigt."
Für Südafrika ist die gemeinsame Marine-Übung mit Staaten wie Russland oder dem Iran aber trotzdem außenpolitisch brisant. Präsident Cyril Ramaphosa verweist immer wieder auf die sogenannte Madiba-Doktrin, benannt nach Freiheitsikone Nelson Mandela.
"Es gibt kein Problem ohne Lösung", sagt Ramaphosa. "Und der beste Weg, Probleme zu bewältigen - ob in einem Land oder weltweit - ist, wenn die Parteien miteinander reden."
Die Übung "Will for Peace" droht aber auch für neue diplomatische Turbulenzen zu sorgen. Und das in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen Pretoria und Washington ohnehin schon auf einem historischen Tiefpunkt sind.
Kritiker befürchten, dass die Teilnahme Südafrikas zu schlechteren Beziehungen zum Westen führen könnte. Der Verteidigungsexperte Chris Hattingh sagt dem ARD-Studio Johannesburg: "Das Timing ist extrem schlecht", dass Russland und Iran unter harten Sanktionen stehen und in aktive Konflikte verwickelt sind.
"Sie haben also das Argument in Washington, dass sich Südafrika von der Neutralität entfernt. Das könnte unsere Sicherheitsbeziehungen, aber auch die breitere diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen und speziell den USA beeinträchtigen", sagt Hattingh.
Präsident Cyril Ramaphosa hat gern gesagt, dass Südafrika eine Blockfreiheit sei, aber bei dieser Übung hat das Land sich mit Staaten verbunden, die nicht gerade aufgrund ihrer politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA als besonders enge Verbündete gelten. Die Teilnahme an der Übung könnte also genau das Image ramponieren.
Die von China geleitete Übung vor dem Touristenort Simonstown südlich von Kapstadt unter der Flagge der Staatengruppe BRICS-Plus, obwohl mit Indien und Brasilien zwei wichtige Mitgliedsländer fehlen, findet der Sicherheitsexperte mehr als fragwürdig. Außerdem sei BRICS ein politisches Bündnis und kein militärisches.
Mit welchen und wie vielen Schiffen sich die südafrikanische Marine beteiligt, ist noch unklar. Über Details schweigen sich die Gastgeber lieber aus. Kein Wunder. Denn in Südafrika wird die Übung kontrovers diskutiert. Angesichts der Teilnehmerliste klinge schon der Name des Manövers wie blanker Hohn.
"Sie nennen diese Übung 'Wille zum Frieden', während Russland aktuell in einen Angriffskrieg gegen seinen Nachbarn verwickelt ist, China eine potenzielle Invasion seines Nachbarn einübt und der iranische Präsident erklärt hat, dass sich sein Land im Krieg mit dem Westen befindet", sagt Ricardo Texeira von der liberalen Denkfabrik IRR.
Dass die von China geleitete Übung vor dem Touristenort Simonstown südlich von Kapstadt unter der Flagge der Staatengruppe BRICS-Plus läuft, obwohl mit Indien und Brasilien zwei wichtige Mitgliedsländer fehlen, findet Ricardo Texeira mehr als fragwürdig. Außerdem sei BRICS ein politisches Bündnis, und kein militärisches.
"Keines der beteiligten Länder teilt eine gemeinsame Doktrin, gemeinsame Mandate, gemeinsame Ausrüstung oder auch nur eine gemeinsame Sprache", sagt Texeira. Südafrika sei zudem die einzige Demokratie, die an dem Manöver teilnehme.
Offiziell geht es bei der einwöchigen Übung um maritime Sicherheit, den Schutz von Handelsrouten und die Zusammenarbeit bei Such- und Rettungseinsätzen. Mpho Mathebula, Sprecherin der südafrikanischen Streitkräfte sagt: "Die teilnehmenden Nationen haben sich auf das Thema 'Gemeinsames Handeln zur Sicherung der Schifffahrt und maritimer Wirtschaftsaktivitäten' geeinigt."
Für Südafrika ist die gemeinsame Marine-Übung mit Staaten wie Russland oder dem Iran aber trotzdem außenpolitisch brisant. Präsident Cyril Ramaphosa verweist immer wieder auf die sogenannte Madiba-Doktrin, benannt nach Freiheitsikone Nelson Mandela.
"Es gibt kein Problem ohne Lösung", sagt Ramaphosa. "Und der beste Weg, Probleme zu bewältigen - ob in einem Land oder weltweit - ist, wenn die Parteien miteinander reden."
Die Übung "Will for Peace" droht aber auch für neue diplomatische Turbulenzen zu sorgen. Und das in einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen Pretoria und Washington ohnehin schon auf einem historischen Tiefpunkt sind.
Kritiker befürchten, dass die Teilnahme Südafrikas zu schlechteren Beziehungen zum Westen führen könnte. Der Verteidigungsexperte Chris Hattingh sagt dem ARD-Studio Johannesburg: "Das Timing ist extrem schlecht", dass Russland und Iran unter harten Sanktionen stehen und in aktive Konflikte verwickelt sind.
"Sie haben also das Argument in Washington, dass sich Südafrika von der Neutralität entfernt. Das könnte unsere Sicherheitsbeziehungen, aber auch die breitere diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen und speziell den USA beeinträchtigen", sagt Hattingh.